
Auf Fahrradstraßen haben Radler Vorfahrt und dürfen nebeneinander fahren. Auch gilt Tempo 30 und Autofahrer müssen besonders vorsichtig fahren. In der Praxis halten sich viele Kfz-Führer allerdings nicht an die Regeln. Foto: Heiko Weckbrodt
Stadt Dresden lädt Anwohner zur Inforunde in den Schulcampus Tolkewitz ein
Tolkewitz, 18.06.26. Ab August komplettieren Straßenbauer den östlichen, letzten Abschnitt der „Radroute Ost“: Die Kipsdorfer Straße wird dann auch zwischen Altenberger Straße und dem Schulcampus Tolkewitz zur Fahrradstraße. In diesem Zuge verengen die Arbeiter fünf Kreuzungen, stellen Vorfahrtsschilder für die Radler auf – und vermutlich fallen auch viele Parkplätze weg. Was genau geplant ist, wollen die kommunale Fahrrad-Beauftrage Paula Scharfe und die städtischen Planer am Mittwoch, dem 24. Juni 2026, in einer Bürger-Informationsveranstaltung den Anwohnern erklären, kündigt die Stadtverwaltung Dresden an. Einiger Gegenwind dürfte wohl zu erwarten sein.
Baubürgermeister Stephan Kühn und seine Radbeauftragte Paula Scharfe beim Proberadeln nahe den Technischen Sammlungen Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
„Wir schaffen so eine sichere und attraktive Verbindung für den Alltagsverkehr von Tolkewitz bis in die Innenstadt.“
Paula Scharfe, Fachreferentin für Nahmobilität und Verkehrssicherheit
„Mit der Fertigstellung des letzten Abschnittes, machen wir die Route komplett und schaffen so eine sichere und attraktive Verbindung für den Alltagsverkehr von Tolkewitz bis in die Innenstadt“, schätzt Paula Scharfe ein. „Gleichzeitig investieren wir mit den Umgestaltungen in mehr Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger. Durch Gehwegvorstreckungen wird die Übersichtlichkeit für alle verbessert – insbesondere Kinder und ältere Menschen profitieren davon.“
Die Inforunde beginnt 17.30 Uhr in der Aula im Erdgeschoss des Schulcampus Tolkewitz, Wehlener Straße 38. Die Besucher dürfen auch Fragen stellen und mit den Fachleuten diskutieren, heißt es aus dem Rathaus.
Radroute Ost reicht bisher vom Straßburger Platz bis zur „Altenberger“
Die Vorgeschichte: Seit August 2021 hat die Stadt zunächst den mittleren und dann den westlichen Teil der „Radroute Ost“ im Nebenstraßennetz zwischen Straßburger Platz und Altenberger Straße eingerichtet. Es handelt sich dabei um eine – gelegentlich von querenden Hauptstraßen unterbrochene – Abfolge von Fahrradstraßen, auf denen Radler den Vorrang haben. Autos werden geduldet, dürfen aber höchstens Tempo 30 fahren und dürfen den Radverkehr nicht behindern.
Weil zu viele Autofahrer auf der Fahrradstraße rasen, hat Stadt nachgesteuert
Weil dennoch zu viele Autofahrer auf der Radroute rasen und sie als ampelarme Alternative zur Schandauer Straße und anderen Hauptverkehrsadern missbrauchen, haben die Verkehrsplaner dort stellenweise Einbahnstraßenschilder für den motorisierten Verkehr aufgestellt beziehungsweise Kreuzungen zu Gunsten hineinragender Fußwege verkleinert. Dies soll den unzulässigen Durchgangsverkehr verhindern. Zuletzt war dies unter anderem an der Kreuzung von Kipsdorfer und Bärensteiner Straße geschehen, kurz vor dem bisherigen Interimsende der Radroute vor der Altenberger Straße.
Arbeiter verkleinern 5 weitere Kreuzungen
Ähnliches ist auch für die restliche „Kipsdorfer“ geplant, wenn die bis zum März 2027 ebenfalls zur Fahrradstraße umgebaut wird: „Für den letzten Bauabschnitt sind folgende Maßnahmen vorgesehen: Umbau von fünf Kreuzungen mit baulichen Gehwegvorstreckungen, Markierung und Beschilderung der Fahrradstraße, Anpassung der Vorfahrtsregelungen sowie Sanierung schadhafter Asphaltflächen“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Durch die zusätzlichen Gehwegflächen dürften in Summe Dutzende an den Kreuzungen wegfallen. Zudem folgen die Planer meist den bundesweiten Empfehlungen, laut denen die Fahrgassen von Fahrradstraßen mindestens vier Meter breit sein und Abstandslinien haben sollen, die Radler vor abrupt aufgerissenen Autotüren schützen sollen. Das könnte knapp werden, da der Abstand zwischen den längsseits parkenden Autos im östlichen Teil der „Kipsdorfer“ oft nur 4,20 Meter beträgt. Was heißt: Falls sich die Planer entschließen, eine Parkspur zu liquidieren, bekommen viele Anwohner ein ernstes Parkplatzproblem.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: LHD, BALM, Oiger-Archiv, Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO)

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