Streit um Radroute Ost

Der zuständige Stadtbezirksbeirat plädiert für Radwege am nördlichen Einbahnstraßen-Abschnitt der Zwinglistraße. Grafik: hw

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Anwohner-Kritik: Lebensqualität hat stark gelitten

Striesen, 24.06.26. Beim Ausbau und Änderungen an der Radroute Ost, wie sie jetzt in Tolkewitz anstehen, muss die Stadt einen fairen Ausgleich mit den Anwohnern suchen. Das fordert Frank Oppe, der als Anwohner der Radroute Ost im Striesener Teil nicht gerade rundum glücklich mit den aktuellen Fahrradstraßen-Reglungen ist. „Wir sind nicht gegen die Fahrradstraße“, betont er. Aber die Stadt dürfe sich dabei über berechtigte Anwohnerinteressen nicht hinwegsetzen.

Oppes zentraler Kritikpunkt gilt den Einbahnstraßenschildern auf der Laubestraße, die Teil der Radroute Ost ist: Um den unzulässigen Transitverkehr auf der Fahrradstraße einzudämmen, hatte Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) mit diesen Schildern diesen Straßenabschnitt für Autos abgeriegelt. Seitdem habe sich der Kfz-Verkehr im Wohngebiet zwischen Laube- und Mansfelder Straße massiv verstärkt, kritisiert Oppe. Dabei handele es sich einerseits um die Parkplatzsuche entnervter Anwohner, andererseits um Autos mit auswärtigen Nummernschildern, die die Radroute und nun eben auch die parallele Mansfelder Straße wie eine Autobahnpiste nutzen.

„Viele fahren mit Tempo 60 durch Wohngebiet“

Oppe selbst beobachtet von seinem Haus an der Elfriede-Lohse-Wächtler-Straße die Folgen tagtäglich: „Da wird gebremst und dann mit heulenden Motoren wieder angefahren“, erzählt er. „Viele fahren auch mit Tempo 60 durch die Tempo-30-Straßen im Wohngebiet.“ Die Lebensqualität im Quartier habe dadurch stark gelitten. Als Kompromiss schlägt er vor, auch die Mansfelder Straße verkehrszuberuhigen – etwa durch Fahrbahnschwellen, auch „Bumper“ genannt.

Wird Rest der Kipsdorfer zur Raser-Strecke?

Ähnliche Interessenkonflikte mit Anwohnern könnten sich heute, 17.30 Uhr, zur Einwohnerversammlung auf dem Schulcampus Tolkewitz entladen: Zu der hat die Stadt eingeladen, um ihre weiteren Pläne für die Radroute Ost näher vorzustellen. Die sehen vor, den restlichen Teil der Kipsdorfer Straße von der Altenberger Straße – wo die Radroute Ost derzeit noch endet – bis zum Schulcampus Tolkewitz zu verlängern. Dieser Abschnitt war zuletzt monatelang die offizielle Ausweichroute zur Wehlener Straße gewesen, daher nutzen ohnehin einige Autofahrer die „Kipsdorfer“, um die Ampeln auf der „Schandauer“ und „Wehlener“ zu vermeiden. Dieser Effekt könnte sich noch einmal verstärken, wenn die Stadt auf der „Kipsdorfer“ durchgängig Vorfahrtsschilder aufstellt, die eigentlich den Radverkehr fördern sollen, aber erfahrungsgemäß auch Raser anziehen.

Entladen dürfte sich während der Bürgerversammlung aber vor allem der Anwohnerärger über wegfallende Parkplätze: Weil Fahrradstraßen mindestens vier Meter breit sein müssen, mit Ausweichreserve und Tür-Sicherheitsstreifen oft auch auf 4,50 bis 5 Meter kommen, wird die Umwandlung der „Kipsdorfer“ in einer Fahrradstraße vermutlich Dutzende Anwohner-Parkplätze kosten.

Scharfe Kritik kam unter anderem von der AfD: Durch den knapp eine Million Euro teuren Umbau zur Fahrradstraße würden mindestens 68 Parkplätze auf der nördlichen Seite der „Kipsdorfer“ wegfallen. Dabei werde der Parkplatzbedarf eher noch steigen, weil die ehemalige Gärtnerei an der Ecke zur Weesensteiner Straße demnächst zum Wohngebiet umgebaut wird. Dies sei nicht hinnehmbar.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Auskünfte Frank Oppe, Oiger-Archiv, AfD-Stadtratsfraktion

Grafik: M. Arndt
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