
Die Technischen Sammlungen Dresden befinden sich in den ehemaligen Ernemann-Kamerawerken, die später zu Pentacon gehörten. Foto: Heiko Weckbrodt
Technische Sammlungen laden Ende Oktober noch mal zu Wissenschafts-Schau, Schleim und feuriger Unterhaltung ein
Striesen, 09.09.26. Mit einem großen Mitmach-Fest Ende Oktober verabschieden sich die „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD) vorerst von ihren Besuchern in Striesen: Die Stadt Dresden lässt die ehemalige Kamerafabrik an der Ecke von Schandauer und Junghansstraße in den kommenden zwei Jahren für rund 14 Millionen Euro grundlegend sanieren. Ein Trostplaster für die Freunde des Technikmuseums: Das TSD-Team zeigt auch während der Schließzeit in Striesen ein paar Exponate und kleinere Ausstellungen im Landhaus am Pirnaischen Platz. Das geht aus einer Mitteilung der „Museen der Stadt Dresden“ hervor.
Direktor Roland Schwarz in der Wohnung der Quantenkatze Q in den Technischen Sammlungen Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
„Mit der energetischen Sanierung sorgen wir dafür, dass dieses besondere Haus auch für kommende Generationen erhalten bleibt.“
Museumsdirektor Roland Schwarz
Zweitägiges Abschiedsfest geplant
Zum Abschiedsfest wollen die Museumsleute um TSD-Direktor Roland Schwarz aber noch einmal richtig aufdrehen: Am Samstag, dem 31. Oktober 2026, und am Sonntag, 1. November, jeweils von 10 bis 18 Uhr, „verwandeln sich die alten Räume in ein buntes Treiben mit Mitmachaktionen, Science-Shows und exklusiven Führungen hinter die Kulissen“, verspricht das TSD-Team. „Ob Leuchtkreisel löten, Beutel siebdrucken oder Schleim herstellen – an vielen Stationen heißt es experimentieren, staunen und selbst aktiv werden. Magic Andy sorgt auf der Bühne mit seiner spektakulären Science Show für beste Unterhaltung.“
Einen weiteren Höhepunkt gibt es bereits im September: Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September öffnet der historische Bau bei freiem Eintritt seine Türen. Kuratoren erzählen an diesem Tag den Besuchern über die Dresdner Industriegeschichte, Architektur und die Zeiten, in denen in diesem Gebäudekomplex erst Ernemann, dann Zeiss Ikon und schließlich Pentacon Kameras für den Weltmarkt bauten. Außerdem informieren sie über die geplante Sanierung des Hauses und die zukünftige Entwicklung des Museumsstandorts.
Komplex-Sanierung steht schon seit Jahren aus
Am 2. November übernehmen dann die Bauarbeiter den Komplex: Sie bringen den einsturzgefährdeten Innenhof in Schuss, sanieren den Altbau energetisch, erneuern die meisten der rund 600 Fenster, setzen Betonkonstruktion und Fassade instand, modernisieren die Brandschutz-Anlagen und installieren eine Solaranlage auf dem Dach. Diese Komplex-Sanierung ist schon seit Jahren überfällig, scheiterte aber immer wieder am Geld. Nun aber haben Rathausspitze und Stadtrat genug eigene Mittel und Förderzuschüsse beisammen. Insgesamt soll die Sanierung 13,8 Millionen Euro kosten. Davon sind sechs Millionen Euro Bundeszuschüsse.
„Ort des Lernens und Staunens“
„Der Ernemannbau ist nicht nur ein bedeutendes Denkmal der Industriekultur, sondern auch ein lebendiger Ort des Lernens und Staunens“, betont Museumsdirektor Roland Schwarz. „Mit der energetischen Sanierung sorgen wir dafür, dass dieses besondere Haus auch für kommende Generationen erhalten bleibt.“
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Museen der Stadt Dresden, TSD, Oiger-Archiv, LHD – Ratsinfo Dresden

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