
An der Altstädter Abfahrt von der Loschwitzer Brücke („Blaues Wunder“) gab es zuletzt noch drei Richtungsspuren für alle. Jetzt hat die Stadt die mittlere Spur zu Günsten einer mittigen Radspur gen Schillerplatz und Schillergalerie gestrichen. Foto: Heiko Weckbrodt
Verkehrsversuch beginnt am Wochenende mit Staus, Alltags-Stresstest startet am Montag
Blasewitz/Loschwitz, 7. April 2024. Nachdem die Stadt zunächst auf der Loschwitzer Brücke selbst und zeitverzögert jetzt auch am Blasewitzer Brückenkopf je eine Autospur entfernt hat, haben Arbeiter am Wochenende das „Blaue Wunder“ nun auch zu Gunsten des Fahrradverkehrs ummarkiert: Auf beiden Seiten der Fahrbahn sind nun Radwege abgetrennt, außerdem zwischen den Abbieger-Autospuren eine Mittelspur für Radler markiert. Der Verkehrsversuch begann mit langen Rückstaus in Loschwitz – wobei diese teils auch noch durch die anhaltenden Markierungsarbeiten bedingt war.

Die Stadtverwaltung hatte das Blaue Wunder zunächst von drei auf zwei breitere Fahrspuren für Autos und Busse verringert und nun auf beiden Seiten Radwege abtrennen lassen. Foto: Heiko Weckbrodt
Grüner Baubürgemeister will Brücke fahrradfreundlicher machen
Baubürgemeister Stephan Kühn (Grüne) hatte schon länger das Ziel ausgegeben, das „Blaue Wunder“ fahrradfreundlicher zu machen. Weil viele Radler illegal auf den seitlichen Fußwegen fahren, bekommen sie nun zu Lasten des Autoverkehrs eigene Radspuren auf beiden Seiten der Fahrbahn.

Während der Markierungsarbeiten auf dem Blauen Wunder bildeten sich in Loschwitz Rückstaus. Foto: Heiko Weckbrodt
Den Platz hatte Kühn geschaffen, indem er per Salamitaktik erst eine Autospur auf der Brücke und nun auch eine der drei Fahrstreifen von der Brücke zum Schillerplatz gestrichen hat. Er hat die Ummarkierung als zunächst temporär deklariert und beteuert, damit werde die Sicherheit für alle Verkehrsmittel verbessert. Ein von der Stadt beauftragtes Wissenschaftlerkollektiv soll den Verkehrsversuch letztlich auswerten.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Vor-Ort-Besuch, LHD, Oiger-Archiv

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Na, da ist wohl jemand nicht vom Verkehrsversuch überzeugt. Die Artikel sind ja sonst doch deutlich neutraler 😉 Morgen früh wird es mit Ferienende und noch nicht angepassten Routenführungen der Navis sicher schwierig. Danach kommt der Alltag und es wird spannend, ob sich die Lösung in der Praxis bewährt.
Scheint ja „prima“ zu laufen, Stau die ganze Grundstraße hoch.
Und das Radweg und Fahrspur nach der Brücke kreuzen, ist auch „genial“ – Autos mit 30 und die Rennradler kommen mit 40 von hinten angeschossen – was sollte da schief gehen? Die zusammengelegte Links- und Geradeausspur führt direkt in die 20er Zone Schillergalerie, wo gern Pkw auf Ausparkende warten – das staut dann zurück bis über die Kreuzung, selbst bei Grün.
Eine Fahrradbrücke, die direkt die beiden Elbradwege verbindet, dass kann’s natürlich nicht sein – das Paradigma ist Autoverkehr maximal behindern.
Freut mich aber, dass das Ganze „wissenschaftlich begleitet“ wird, wer will den schon gegen „die Wissenschaft“ argumentieren.