Neue Holzspielgeräte erinnern an die frühere Rhododendron-Gärtnerei in Striesen
Striesen, 3. November 2021. Die Kinder aus Striesen und den Nachbarbezirken haben heute den frisch umgestalteten und vergrößerten Spielplatz im Hermann-Seidel-Park in Besitz genommen: Mit einem Tag Verspätung fielen heute Vormittag die meisten Bauzäune, nach Kita-Schluss am Nachmittag stapelte sich dann schon der Nachwuchs an den neuen hölzernen Spielgeräten. Mit großer Begeisterung buken die Jüngsten auf dem neuen Kleinkinderareal ihre Sandkuchen und ließen die Glocke am „Eisladen“ scheppern. Derweil kraxelten die Vorschulkinder über und durch die neue Kletterburg. Nur die Windschutzblende samt Bänken vor den zwei Tischtennisplatten blieben noch umzäunt.

Schon am Nachmittag war der umgebaute Spielplatz im Hermann-Seidel-Park rammelvoll. Foto: Heiko Weckbrodt
Um- und Ausbau kosteten 360.000 Euro
Die Unternehmen „Landschaftsbau Fleischer“ aus Dresden, „U. Kühn Außenraumausstattung und das Berliner „Spielraumlabor“ hatten den Spielplatz im städtischen Auftrag in den vergangenen fünf Monaten für rund 360.000 Euro umgebaut. Den größten Teil der Ausgaben bezahlte das Grünflächenamt, weitere 70.000 Euro schoss der Stadtbezirksbeirat Blasewitz aus der eigenen Kasse bei – dadurch konnten unter andere, zusätzliche Bänke für Eltern und Rentner aufgestellt werden. „Erst die finanzielle Unterstützung aus dem Stadtteil ermöglichte die Ausstattung mit hochwertigen Spielgeräten und zusätzlichen Sitzgelegenheiten“, lobte Amtsleiter Detlef Thiel die Kooperation.

Die Kletterburg mit Rutsche ist vor allem für Kinder im Vor- und Grundschulalter gedacht. Dieses neue Areal schließt die Verbindung zwischen dem alten Spielplatz und den Tischtennis-Platten für die Größeren im Hermann-Seidel-Park. Foto: Heiko Weckbrodt
Spielplatz ist gewachsen
Vom alten Spielplatz blieben der Sandkasten, die Doppelschaukel und die erwähnten Tischtennisplatten übrig, deren Boden nun aber gegen Verschlammung befestigt ist. Die Arbeiter demontierten jedoch viele der älteren Metallspielgeräte. Statt dessen bauten sie eigenes für den Park entworfene eine eigene Holzhüttenlandschaft mit Sandspielgeräten für Kleinkinder auf. Zwischen diesem Areal und den Tischtennisplatten gibt es nun eine Verbindung durch Kletterburgen samt Rutsche für Kinder im Vor- und Grundschulalter. Insofern ist der Spielplatz nun insgesamt größer geworden.

Auch eine Glocke lädt auf dem Sandspielplatz im Hermann-Seidel-Park zum Läuten ein. Foto: Heiko Weckbrodt
Reminiszenz an einstige Gewächshäuser
Bei der Gestaltung der Spiellandschaften orientierten sich die Designer an der Historie des Ortes: Der heutige Park ging aus der Gärtnerei, den Schaugärten und Gewächshäusern der der Dresdner Gärtnerdynastie Seidel hervor. Daher sollen viele der neuen Holzspielgeräte an Gewächshäuser erinnern, ihre Farben an Rhododendronblüten – eine Spezialität der Seidels.

Die Archivaufnahme zeigt die frühsommerliche Rhododendren-Blüte im Hermann-Seidel-Park. Foto: Ralf Dießelmann
Gärtner pflanzen noch Bäume und Sträucher im Park
Während der Spielplatz nun weitgehend fertig ist, sind die Gärtner in den Nachbarabschnitten des Hermann-Seidel-Parks noch dabei, insgesamt 15 Bäume, 750 Sträucher und 440 bodennahe Gewächse zu pflanzen. „Die Pflanzenauswahl orientiert sich am Bestand, der bedeutenden Historie sowie an der Verträglichkeit in Bezug auf den Klimawandel“, heiß es aus dem Rathaus. „Kiefern und Rhododendren sollen auch in Zukunft bildgebend sein.“ Außerdem stehen 2022 noch Bauarbeiten an der Windschutz-Pergola neben den Tischtennis-Platten aus.

So etwa sah die Seidel-Gärtnerei in Striesen aus – Erinnerungsblätter zur Feier des 100jährigen Bestehens der Firma T.J. Seidel Dresden, Repro: Maddl79, Wikipedia, Public Domain
Namensgeber für den Park war konkret der Gärtner Hermann Seidel (1833–1896). Seit 1920 gehört die ehemalige Gärtnerei der Stadt Dresden, die einen öffentlichen Park daraus machte, in dem viele der Seidelschen Rhododendren weiterblühen.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quelle: Vor-Ort-Besuch, SBB Blasewitz, LHD

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