Der Städter sehnt sich nach einer schattigen Bank am Bach

Die Stadt Dresden will den alten Dorfkern von Dobritz im Zuge des Projektes "Blaues Band" aufwerten, den großen Dorfplatz verengen und einen Spielplatz erneuern. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Stadt Dresden will den alten Dorfkern von Dobritz im Zuge des Projektes „Blaues Band“ aufwerten, den großen Dorfplatz verengen und einen Spielplatz erneuern. Foto: Heiko Weckbrodt

„Blaues Band“: Ideen von 737 Dresdnern fließen in Geberbach und Landgraben ein

Dobritz/Prohlis, 8. Oktober 2020. Wenn die Stadtplaner entlang von Geberbach und Prohliser Landgraben in den kommenden Jahren eine grüne Erholungsschneise quer durch den Dresdner Süden zur Elbe einrichten, sollen dabei mehr schattige Sitzbänke und Spielplätze sowie neue Rad- und Fußwege entstehen. Das haben sich viele Dresdner bei einer Umfrage zu diesem „Blaues Band“ genannten Projekt gewünscht. Darüber haben Umweltamt und Stadtplanungsamt nun den Stadtbezirksbeirat Prohlis informiert, auf dessen „Hoheitsgebiet“ ein Teil dieser Schneise verlaufen soll.

An der Kreuzung von Mügelner Straße und dem Seidnitzer Weg, an Grenze zwischen Dresden-Prohlis und Reick, verschwindet der Geberbach in Rohren unter der Erde. Nahe den Kiesgruben in Leuben taucht er wieder auf und mündet in den Niedersdlitzer Flutgraben. Stadtplaner wiollen den Bach - der hier auch Prohliser Landgraben heißt - wieder an die Oberfläche verlegen. Foto: Heiko Weckbrodt

An der Kreuzung von Mügelner Straße und dem Seidnitzer Weg, an Grenze zwischen Dresden-Prohlis und Reick, verschwindet der Geberbach in Rohren unter der Erde. Nahe den Kiesgruben in Leuben taucht er wieder auf und mündet in den Niedersdlitzer Flutgraben. Stadtplaner wollen den Bach – der hier Prohliser Landgraben heißt – wieder an die Oberfläche verlegen. Foto: Heiko Weckbrodt

Weniger Müll, mehr naturnahe Aktiv-Erlebnisse erwünscht

Weitere Befunde: Die Anwohner hoffen, dass der gesamte Bachverlauf müllfrei und naturnäher wird sowie Trimm-Dich-Pfade und andere Aktiv-Erlebnis-Oasen an den Uferrändern entstehen. Jeder zweite Befragte wollte, dass der Trümmerberg an den Leubener Kiesgruben zugänglich gemacht und einen Aussichtspunkt bekommt. Aber auch das Miteinander von Badefreunden, Wasserskifahrern, Pflanzen und Tieren an diesen Seen soll besser austariert werden.

Blaues Band soll Lebensumfeld für 38.000 Dresdner verbessern

An der Umfrage hatten sich 737 Dresdner in Vor-Ort-Interviews, per Internet und per Fragebogen beteiligt. Etwa zwei Drittel der Teilnehmer kamen aus den Stadtteilen, durch die der Bach fließt, der Rest aus anderen Teilen Dresdens. Die relativ hohe Beteiligung vermag kaum zu verwundern: Die beteiligten Ämter gehen davon aus, dass das „Blaue Band“ über das 170 Hektar große Projektareal hinaus „die Qualität der Wohn- und Lebensverhältnisse von insgesamt zirka 38.000 Menschen in den angrenzenden Stadtteilen verbessern“ kann.

Die Stadt Dresden will den alten Dorfkern von Dobritz im Zuge des Projektes "Blaues Band" aufwerten, den großen Dorfplatz verengen und einen Spielplatz erneuern. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Stadt Dresden will den alten Dorfkern von Dobritz im Zuge des Projektes „Blaues Band“ aufwerten, den großen Dorfplatz verengen und einen Spielplatz erneuern. Foto: Heiko Weckbrodt

17 Millionen Euro Gesamtkosten – Planer wollen alles in kleinen Schritten realisieren

Unterm Strich wird das „Blaue Band“ rund 17 Millionen Euro kosten, haben die Planer ausgerechnet. Weil dieses Geld im kommunalen Haushalt nicht freizueisen war, haben die Initiatoren das Vorhaben in viele kleine Teilprojekte zerlegt, die nach und nach realisiert werden, wenn gerade Fördergelder verfügbar sind. So soll nach und nach der teils unterirdisch verrohrte Landgraben wieder an die Oberfläche geholt und an einigen Abschnitten verglast, der Toeplerpark erweitert, der alte Dorfkern von Dobritz aufgewertet und eine „Seidnitzer Promenade“ eingerichtet werden. Einige Teilprojekte könnten schon recht bald fertig sein. Die neuen Spielplätze an der Tauernstraße und in Altdobritz zum Beispiel sollen 2021 an die Kinder übergeben werden.

Gleich neben dem Spielplatz am Toeplerpark soll die Umleitungsstraße entstehen. Foto: Heiko Weckbrodt

Gleich neben dem Spielplatz am Toeplerpark soll allerdings auch eine Umleitungsstraße entstehen. Foto: Heiko Weckbrodt

Über den Geberbach und Prohliser Landgraben

Der Geberbach entspringt südlich von Rippien südlich der Stadt. An der Dohnaer Straße in Dresden ändert er seinen Namen und heißt im weiteren Verlauf Prohliser Landgraben. Nahe an den Kiesseen an der Pirnaer Landstraße vereinigt er sich mit dem Niedersedlitzer Flutgraben. Insgesamt ist der Bach zwischen Quelle und Elbe etwa elf Kilometer lang.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SBB Prohlis, LHD, Oiger-Archiv

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