Dresdner nennen ihre Kinder am liebsten Sophie, Marie, Elex oder Anton – aber es wurden auch seltene Namen wie Elbe, Inoula und Friedensreich vergeben

Die Dresdner sind geburtenfreudig, sterbeunlustig, aber (wie die meisten Deutschen) oft recht ideenlos bei der Namenswahl für ihre Babys. Das geht aus der Jahresstatistik 2011 des Standesamtes hervor. Amtsleiter Frank Neubert kündigte nun an, künftig auch Heiraten im Kulturratshaus anzubieten.

Leicht resignierend hörte sich Neubert schon an, als er die Hitliste der im vergangenen Jahr vergebenen Vornamen präsentierte: „Seit 13 Jahren wechseln sich bei den Mädchennamen Marie und Sophie ab – das ist ja langweilig“, moserte er. Bei den Jungs sei es nicht viel besser, nur dass sich im vergangenen Jahr neben Alexander und Paul noch Anton gedrängelt hat. Da nimmt sich Dresden freilich nicht viel mit dem Rest Deutschlands: Auch in der bundesweiten Statistik der „Gesellschaft für Deutsche Sprache“ wechseln sich Sophie, Marie und Alexander seit Jahren an der Spitze ab, nur dass hier noch Maximilian vorn mitmischt.

Einen mutmaßlich medial bedingten Totalabsturz erlebte dafür Lena in Dresden: Dieser Mädchenname fiel von Platz 10 auf Platz 30 – ein Schelm, der dabei an den Hype um die Hobbysängerin Lena Meyer-Landrut denkt.

Indes gibt es auch Ausreißer mit Seltenheitswert. Entweder heimatverbunden oder Fans des „Herrn der Ringe“ waren zum Beispiel Eltern, die ihr kleines Mädchen Elbe nannten. Wir erinnern uns: Bevor der englische „Elf“ im deutschen Sprachgebrauch Einzug hielt, hießen die kleinen Waldgeister – aus denen Tolkien Edelmenschen machte – „Elben“ oder „Alben“. Ähnlich zwischen Populärkultur und Lokalbezug mögen die Eltern der kleinen „Evangeline“ geschwankt haben: War es nun eine Referenz an den Kirchentag 2011 in Dresden oder eine Referenz an die Schauspielerin Evangeline Lilly, die in der Erfolgsserie „Lost“ auf einer wundersamen Insel strandete?

Indianisch ging es in zwei anderen Familien zu: Die eine bekamen eine kleine Dakota, die anderen eine „Inoula“, was wohl im Indianischen „kleine Glocke“ oder „schwarzer Fuchs“ bedeuten kann. Das Standesamt akzeptierte aber auch einen jungen „Friedensreich“ (verwandt mit Friedrich) und Sobe, was auf Altfriesisch „wahr“ bedeutet.

Die meisten ungewöhnlichen Vorschläge gleicht das Standesamt übrigens via Liste mit dem deutschen Namensrecht ab. Für besonders ausgefallene Ideen müssen die Eltern Gutachten etwa der Uni Leipzig oder der „Gesellschaft für Deutsche Sprache“ einholen.

Die bundesdeutschen Vornamenstatistiken sind hier zu finden.

Und hier nun die Dresdner Vornamen-Charts:
Grafik: M. Arndt
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