Friedhofsbesucher lassen die Gießkannen verschwinden

Manche Trauernde sichern sich die für alle Besucher gedachten Gießkannen für den persönlichen Gebrauch, indem sie sie in Bäume hängen oder in Büschen verstecken, haben die Verwalter des Johannisfriedhofs in Dresden festgestellt. Themenfoto: Heiko Weckbrodt

Manche Trauernde sichern sich die für alle Besucher gedachten Gießkannen für den persönlichen Gebrauch, indem sie sie in Bäume hängen oder in Büschen verstecken, haben die Verwalter des Johannisfriedhofs in Dresden festgestellt. Themenfoto: Heiko Weckbrodt

Johannisfriedhof plant nun Pfandsystem wie beim Supermarktwagen

Tolkewitz, 29. März 2021. Weil die Besucher des Johannisfriedhofs in Dresden-Tolkewitz alljährlich Dutzende Gießkannen klauen oder verstecken, wollen die Verwalter des Totenhains am der Wehlener Straße nun ein Pfandsystem ähnlich wie bei den Einkaufswagen in Supermärkten einführen: Die Trauernden müssen künftig mit 2-Euro-Münzen zunächst die Pfandschlösser an den Gießenkannen lösen, bevor sie die Gräber wässern können. Das geht aus einem Projektbrief hervor, mit dem sich die Verwalter 2800 Euro für dieses und weitere kleinere Vorhaben beim Stadtbezirksbeirat Blasewitz erbeten haben.

Pfandgiesskannen mit dem Kommutech-System. Foto: Kommutech

Pfandgiesskannen mit dem Kommutech-System. Foto: Kommutech

„Oft werden Gießkannen … in Gebüschen versteckt oder in Bäume gehangen“

„Jedes Jahr erwerben wir 20 Plastegießkannen. Nach dem Totensonntag wollen wir diese wieder einsammeln. Leider ist es jedes Jahr so, dass wir kaum noch Gießkannen einsammeln, da diese immer wieder gestohlen werden“, klagen die Friedhofsverwalter in der Vorlage. „So sind im Laufe der Jahre schon zirka 160 Gießkannen abhandengekommen.“ Dabei seien nicht zwingend stets Diebe am Werk: „Oft werden den Gießkannen auch nicht zurückgebracht, sondern in Gebüschen versteckt oder in Bäume gehangen.“ Daher wollen sie nun mehrere Gießkannenständer mit dem Pfadsystem der Firma „Kommutech“ aufstellen. „Wir wollen zwei Pfandsysteme aufstellen am Anker- und Christustor und mal schauen, ob sich dieses System bewehrt“, teilte Friedhofsverwalterin Beatrice Teichmann mit.

Auch Schautafel am Kreuztor geplant

Daneben ist geplant, morsche Holzlatten an den Friedhofsbänken auszutauschen und einen neuen Schaukasten mit aktuellen sowie historischen Informationen zum Totenhain am Kreutztor aufzustellen. „Auch die Grabstelle von Heinrich Ernemann kann mit Mitteln aus diesem Topf wieder saniert werden“, informierte Teichmann.

In Summe kostet all dies voraussichtlich reichlich 3300 Euro. Davon wird der Beirat Blasewitz etwa 85 Prozent als Zuschuss aus seinem Stadtbezirks-Fonds finanzieren.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SBB Blasewitz, Ratsinfo Dresden

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