Wochenmarkt am Schillerplatz bleibt vorerst vergrößert

Der corona-maskierte Wirtschaftsförderungs-Amtsleiter Robert Franke vor dem Wochenmarkt am Schillerplatz in Dresden-Blasewitz. Foto: Heiko Weckbrodt

Der corona-maskierte Wirtschaftsförderungs-Amtsleiter Robert Franke vor dem Wochenmarkt am Schillerplatz in Dresden-Blasewitz. Foto: Heiko Weckbrodt

Vereinbarung zwischen Stadt und Land getroffen

Blasewitz, 11. Juni 2020. Seit der Corona-Krise stehen die Buden auf dem Wochenmarkt am Schillerplatz in Dresden-Blasewitz in größeren Abständen, um die Hygienevorschriften einzuhalten. Möglich wurde dies durch eine Ausdehnung des Marktes gen Elbe. Diese Erweiterung soll auch erst mal so bleiben: Mit dem Land sei ausgehandelt, dass der Blasewitzer Wochenmarkt vorerst die zusätzlichen Flächen am Elbufer weiternutzen darf. Das hat der Dresdner Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke angekündigt.

Stromanbindung kostet 1000 Euro im Monat

Allerdings sei dies keine Erweiterung zum Nulltarif: Um auch die äußeren Buden in Ufernähe elektrisch anzuschließen, entstünden zusätzliche Stromanbindungskosten um die 1000 Euro im Monat, berichtete Franke.

Der Wochenmarkt auf dem Schillerplatz in Dresden-Blasewitz erstreckt sich seit der Corona-Krise bis fast ans Elbufer hinunter. Foto: Heiko Weckbrodt

Der Wochenmarkt auf dem Schillerplatz in Dresden-Blasewitz erstreckt sich seit der Corona-Krise bis fast ans Elbufer hinunter. Foto: Heiko Weckbrodt

Elbradweg trennt nun zwei Markthälften

Ein gewisses Konfliktpotenzial lauert auch am – oft viel und schnell befahrenen – Elbradweg, der den Markt seit der Corona-Erweiterung in der Mitte durchtrennt. Von Unfällen zwischen Marktbesuchern, Autos und Kampfradlern sei ihm aber nichts zu Ohren gekommen, sagte Franke auf Nachfrage. Er appellierte an die Vernunft aller, an dieser Stelle vorsichtig zu sein.

Wirtschaftsförderung sieht wichtige Rolle der Wochenmarkte

Wochenmärkte seien sehr wichtig für die Stadt, betonte der Wirtschaftsförderungs-Chef. „Sie versorgen die Dresdner mit frischen Lebensmitteln und anderen Dingen. Auch von Seiten der Direktvermarkter ist die Nachfrage groß.“ Die Wochenmärkte seien eben nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern auch „seit Jahrhunderten ein wichtiger Ort des gesellschaftlichen Miteinanders.“

Landwirtschaftsminister will mehr Frischemärkte, um regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken

Mit diesen Ideen rennt Franke auch beim Land offene Türen ein: Vor allem Landwirtschafts- und Umweltminister Wolfram Günther (Bündnisgrüne) hat es sich auf die Fahnen geschrieben, regionale Wirtschaftskreisläufe in Sachsen zu stärken. Auch um die Umwelt zu schonen, will der Minister, dass nicht mehr so viele Lebensmittel aus aller Welt in der Freistaat gebracht werden, sondern in der Region angebaut und vermarktet werden. Dafür seien Frischemärkte ein guter Vertriebskanal. Das sieht Franke ähnlich und will deshalb weitere Wochenmärkte einrichten.

Die Baupläne für den neuen Wochenmarkt am Bönischplatz in Dresden-Johannstadt. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Baupläne für den neuen Wochenmarkt am Bönischplatz in Dresden-Johannstadt. Foto: Heiko Weckbrodt

Neue Wochenmärkte auf Wasaplatz und Bönischplatz

So hatte im April ein neuer Markt auf dem Wasaplatz mit sechs bis zehn Händlern eröffnet. Als nächstes entsteht nun ein neuer Markt auf dem Bönischplatz in der Johannstadt, kündigte Franke an. Momentan bauen Arbeiter den Platz sowie die umliegenden Straßen und Haltestellen noch um. Im November 2020 soll der neue Markt dann mit bis zu zehn Händlern starten.

Verbesserungen sind auch am Münchner Platz absehbar: Dort müssen sich die Händler seit der Corona-Krise im Zwei-Wochen-Rhythmus abwechseln. Dieses Rotationsprinzip könne man womöglich bald aufgeben, avisierte Franke.

Marktgilde: Händler haben 10 – 15 % weniger Umsatz seit Corona

Über all die Lockerungsschritte freut sich vor allem die Marktgilde: Durch die Schließungen und Restriktionen während der Pandemie liefen für viele Händler die Geschäfte zwar nicht dramatisch schlecht, aber doch mau. „Ich habe mit vielen Händler darüber gesprochen“, erzählt die Wochenmarkt-Beauftragte Madeleine Lukaß von der Dresdner Marktgilde. „Hier am Schillerplatz gab es Umsatzrückgänge um die zehn bis 15 Prozent, weil eben doch viele Kunden zu Hause geblieben sind.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Vor-Ort-Termin, Interviews Franke und Marktgilde, Marktkalender, Oiger-Archiv

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