
Noch ist im Altbau an der Fiedlerstraße 30 das Schulverwaltungsamt untergebracht. Das soll umziehen und für das „BioZ 2“ Platz machen. Foto: Heiko Weckbrodt
Wirtschaftsförderer wollen Altbau des Schulverwaltungsamtes für ein „BioZ 2“ abreißen
Johannstadt, 5. Oktober 2021. Unternehmerisch gesinnte Biotechnologen und Mediziner in Dresden können nun doch recht bald damit rechnen, dass das langerwartete zweite Biotech-Gründerzentrum „BioZ 2“ in der Johannstadt kommt. Denn nach Jahren vergeblicher Grundstückssuche hat Wirtschaftsförderungs-Chef Robert inzwischen ein Areal ausfindig gemacht, auf dem sich ein BioZ 2 in überschaubarer Zeit errichten lässt. Damit sei endlich eine Lösung in der Nähe der anderen Biotechnologie-Institute und -Unternehmen gefunden, betonte er. „Wir wollen nicht, dass der Platzmangel in Johannstadt die Entwicklung der Biotech-Branche in der Stadt ausbremst.“

Robert Franke. Foto: hw
Schulbehörde zieht um
Weil nämlich das Schulverwaltungsamt in ein neues Domizil ziehen soll, wird dessen maroder Dreigeschosser an der Fiedlerstraße gegenüber vom Uniklinikum frei. Franke will den Altbau abreißen und dort bis Ende 2024 einen modernen Komplex für ansiedlungswillige Biotech-Firmen und Neugründungen aus den benachbarten Instituten errichten lassen. Das teile die Wirtschaftsförderung auf Oiger-Anfrage mit. Das BioZ 2 werde rund 4000 Quadratmeter Nutzfläche haben. Derzeit arbeitet Frankes Amt eine Vorlage an den Stadtrat aus, die die Rochade näher beschreibt und auch die Kosten für Abriss und Neubau beziffern wird.

Das Bio-Innovationszentrum Bioz 1 am Tatzberg in Dresden-Johannstadt. Foto: Heiko Weckbrodt
BioZ 1 hatte sich schnell gefüllt
Das BioZ 1 war 2004 am Tatzberg entstanden. In die 40-Millionen-Euro-Investition hatten sich damals der Freistaat, die Stadttochter „Technologiezentrum Dresden GmbH“ und die EU hineingeteilt. Fast 2900 Quadratmeter nahm allerdings sofort das Biotechnologische Zentrum der Technischen Universität Dresden (Biotec) in Beschlag. Und auch die rund 6.500 Quadratmeter für Existenzgründer und Biotech-Ansiedlungen füllten sich rasch.

Das Interieur ist Programm: Das Treppenhaus Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologe und Genetik ist wie die DNS in Doppelhelix-Optik geformt. Abb.: hw
Druck aus Wirtschaft und Forschung wächst
Seit Jahren drängen deshalb Wirtschaft wie auch Institute auf ein zweites BioZ – allerdings vorzugsweise in der Johannstadt. Denn nirgends sonst in Dresden gibt es eine ähnliche Dichte an Biotech-Forschung und –wirtschaft wie in diesem Stadtteil: Gleich neben dem und teils auf dem Uniklinikum-Campus residieren das Max-Planck-Institut für Zellbiologie und Genetik, das Zentrum für Zellbiologie, die Krebsforscher vom NCT und von Oncoray, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), der „B CUBE“ der TU Dresden und viele andere. Lange Zeit schien es aber fast unmöglich, in Uniklinik-Nähe noch ein Areal für ein großes Gründerzentrum zu finden: Auf vielen Grundstücken, die noch frei erscheinen, hat entweder der Freistaat den Daumen drauf oder private Eigentümer, die andere Pläne haben.
Weitere Ausbauten geplant
Das BioZ 2 ist Teil einer umfangreicheren Ausbaustrategie, mit der Franke bis 2024 insgesamt rund 25.000 Quadratmeter zusätzlichen Platz für Gründer, wachsende Unternehmen und Investoren von außerhalb schaffen will – oft auch in Partnerschaft mit privaten Immobilien-Entwicklern. So sollen beispielsweise 2022 und 2023 weitere Bauabschnitte für den Robotik- und Software-Campus in den „Universellen Werken Dresden“ (UWD) folgen. Bereits für 2022 ist ein Ausbau des Gewerbehofs an der Freiberger Straße geplant. Im Kraftwerk Mitte wollen die Stadt und ihre Tochter Drewag im Jahr 2024 in der alten „Schalterhalle 9“ weitere Gewerbeflächen schaffen. Und auch das allererste „Technologiezentrum Dresden“ (TZD) an der Gostritzer Straße aus den 1990ern ist nach Corona endlich an der Reihe: 2024 soll dort der schon längere Zeit geplante Ausbauflügel entstehen.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Wifö DD, Oiger-Archiv, TZD

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