Stadt will Gaslaternen an „Augsburger“ nachelektrifizieren

Gaslaternen an der Kreuzung von Ausburger und Tittmannstraße in Dresden-Striesen. Foto: Heiko Weckbrodt

Gaslaternen an der Kreuzung von Ausburger und Tittmannstraße in Dresden-Striesen. Foto: Heiko Weckbrodt

Plan: Kandelaber bleiben erhalten, leuchten mit LEDs statt Gasflammen die Straße aus.

Striesen, 16. Januar 2020. Wenn die Augsburger Straße in Zukunft für eine Buslinie ausgebaut wird, sollen die Arbeiter im Abschnitt zwischen der Blasewitzer Straße und der Tittmannstraße auch gleich die Gaslaternen mit LEDs nachelektrifizieren. Diesem Konzept der Straßen- und Tiefbauamtes hat der Stadtbezirksbeirat Blasewitz nun mehrheitlich zugestimmt.

Ökologisch schlägt die LED die Gasflamme deutlich

Hintergrund: Zwar gibt es nach wie vor unter den Striesenern einigen Rückhalt für die historische Beleuchtung mit Gaslicht, der manchmal schon den Eifer eines Glaubenskrieges annimmt. Doch Gaslicht ist nach heutigen Normen und Verkehrsbelastungen nicht mehr hell genug. Zudem fällt der ökologische Vergleich zwischen Gasflamme und Leuchtdiode klar zu Gunsten der LED aus.

Gaslaternen an der Kreuzung von Ausburger und Tittmannstraße in Dresden-Striesen. Foto: Heiko Weckbrodt

Hier an der Ecke Augburger und Tittmannstraße soll ein Kreisverkehr entstehen. Foto: Heiko Weckbrodt

Geplante Busstrecke auf der Augsburger Straße bleibt umstritten

Umstritten ist und bleibt allerdings im Stadtbezirks-Beirat wie auch unter den Anwohnern der Augsburger Straße der dahinter stehende Plan, auf der Augsburger Straße später einmal eine Buslinie entlang zu führen – wenn auch womöglich nur in einer Fahrtrichtung. Damit sei aber frühestens 2021 zu rechnen, versicherte Gunther Hentschelmann vom Straßen- und Tiefbauamt den Beiräten. Das Stadtplanungsamt prüfe derzeit noch, ob und wie es eine Buslinie über die „Augsburger“ führen könne.

Amt will überzählige Gaslaternen einlagern

Im Vorfeld wollten die Planer aber klären, welche Beleuchtung auf dem Straßenzug überhaupt möglich ist. Das Mehrheits-Votum der Blasewitzer Beiräte sieht nun vor, keine Standard-Peitschenlaternen in Striesen aufzustellen, sondern die alten Kandelaber zu erhalten und mit warmweiß leuchtenden LEDs auf den elektrischen Betrieb umzurüsten. Da die Leuchtdioden eine bessere Lichtausbeute als Gasflammen haben, werden so größere Laternenabstände möglich. Die dann überflüssigen Zwischenkandelaber will die Behörde einlagern und für Umbauprojekte aufheben.

Ahistorisch, aber favorisiert: Doppelarm-Kandelaber sollen für hellen Kreisverkehr sorgen

Nur am geplanten Kreisverkehr an der Tittmannstraße wird es deutliche Modifikationen geben, weil die heutigen Verkehrsnormen an Fußgängerüberwegen und Kreuzungen eine bessere Ausleuchtung fordern. Daher bekommt der Kreisverkehr doppelarmige elektrische Kandelaber, deren Design an die klassischen Dresdner Gaslaternen angelehnt ist. Das entspricht zwar weder den DIN-Normen noch dem „historischen Standard“. Dennoch fanden die „Doppelarmigen“ noch die meiste Akzeptanz im Beirat. Der Bauausschuss habe bereits angekündigt, dem Votum der Blasewitzer folgen zu wollen, informierte Gunther Hentschelmann vom Straßen- und Tiefbauamt im Rathaus Blasewitz.

Jeder elektrifizierte Kandelaber soll 1 Tonne CO2 pro Jahr sparen

Die favorisierte Lösung mit Doppelkandelabern wird voraussichtlich 215 000 Euro kosten. Laut Straßen- und Tiefbauamt spart jeder elektrifizierte Kandelaber pro Jahr etwa eine Tonne Kohlendioxid und 4359 Kilowattstunden Energieverbrauch pro Jahr.

Aus der Vorlage des Straßen- und Tiefbauamtes:

„Gasleuchten mit einem Anschlusswert von 985 W haben im Betrieb einen CO2-Ausstoß von 242,31 g/h. Die Zündflamme besitzt einen Anschlusswert von 73 W mit einem CO2-Ausstoß von 17,96 g/h. Das ergibt bei einer durchschnittlichen Jahresbrenndauer von 4200 h einen CO2-Ausstoß von ca. 1.100 kg pro Jahr und Leuchte und einen Verbrauch von 4.469 kWh pro Jahr und Leuchte.

LED Leuchten mit der Lichtfarbe warmweiß haben eine Energieeffizienz von 106 lm/W. Die Leis-tungsaufnahme dieser Leuchtenvariante beträgt ca. 27 W. Die Leuchtengesamtleistung von ca. 27 W hat einen CO2-Ausstoß (DREWAG Strommix: CO2-Emissionen 356 g/kWh) von 9,612g/h. Das ergibt bei einer durchschnittlichen Jahresbrenndauer von 4200h einen CO2-Ausstoß von ca. 40 kg pro Jahr und Leuchte und einen Verbrauch von 113 kWh pro Jahr und Leuchte.

Durch Ablösung einer Gasleuchte mit dem gleichen Beleuchtungsergebnis könnten 1060 kg CO2 pro Jahr und 4359 kW/h pro Jahr eingespart werden.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Dieser Beitrag wurde unter Stadtentwicklung, Straßen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.