Linke: Verwaltungsplan lässt zu viele Fragen offen
Prohlis, 10. Februar 2026. Seit fest steht, dass die alte Poliklinik am Albert-Wolf-Platz in Dresden-Prohlis abgerissen wird, um Platz für ein neues Mikroelektronik-Wohnheim zu schaffen, hat die Stadttochter „Stesad“ den betroffenen Praxen sieben mögliche Ausweichstandorte vorgeschlagen. Das geht aus einer Antwort von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf eine Anfrage der Linken-Stadträtin Anja Stephan hervor.
Praxen sollen sich nicht verteilen, sondern à la Poliklinik konzentriert bleiben
Offen sei indes, ob diese Standorte „für Ärzte und Patienten tatsächlich geeignet sind“, kritisierte Stephan – sprich: ob an diesen Adressen wieder eine Art Poliklinik mit mehreren Fachärzten entstehen könne. Gerade die Bündelung mehrerer Praxen an einem Standort sei jedoch einer der zentralen Vorteile des bisherigen Ärztehauses – für Ärztinnen und Ärzte ebenso wie für Patientinnen und Patienten. „Es kann keinen Baubeschluss geben, solange nicht verbindlich geklärt ist, wie die medizinische Versorgung im Stadtteil gesichert wird.“
Wegen Mikroelektronik-Boom sollen große Elektronik-Berufsschule und Lehrlingswohnheim entstehen
Hintergrund: Mit Blick auf den Boom der Chipindustrie in Dresden wollen Stadt und Land in Dresden-Prohlis eine große Elektronik-Berufsschule bauen. Die wiederum wird ein Wohnheim brauchen, weil vermutlich viele Lehrlinge von weiter her für ihre Ausbildung nach Dresden ziehen oder pendeln werden. Dieses zehngeschossige Wohnheim soll die Stadttochter „Stesad“ am Albert-Wolf-Platz bauen und will dafür die alte Poliklinik abreißen. Das hat für Kritik unter anderem von der CDU und der Linken geführt.
Als mögliche neue Standorte hat die Stesad den Ärzten mehrere Adressen vorgeschlagen. Dabei handelt es sich um Wohnungs-Plattenbauten, auf der Liste stehen aber auch das Stadtteilzentrum Prohlis und das existierende Gesundheitszentrum an der Zamenhofstraße.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Linke Dresden, Oiger-Archiv

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