Mehr Stadtkinder wollen Rehe angucken

Am Spielplatz im Albertpark in der Dresdner Heide können Kinder Rehe füttern und spielen. Die Blockhütten sind teils sanierungsbedürftig. Foto: Heiko Weckbrodt

Nachfrage steigt: Waldpädagogisches Zentrum in der Heide geplant

Loschwitz, 11. Mai 2020. Mit Blick auf das wachsende Interesse junger Dresdner an Klima- und Naturschutz möchten die Loschwitzer Stadtbeiräte, dass in der Dresdner Heide ein „Waldpädagogisches Zentrum“ entsteht. Sie folgten mehrheitlich einem Vorschlag von CDU-Stadtrat Matthias Dietze, dafür eine gemeinsame Lösung von Stadt und dem Sachsenforst zu finden.

Förster werden von Schulen mit Anfragen für Waldspaziergänge überschüttet

„Die Nachfrage von Dresdner Schulen nach solchen Angeboten übersteigen schon jetzt die Kapazitäten der Förster“, betonte Stadtrat Dietze. „Unsere Idee ist aber: für jedes Kind in der Stadt wenigstens ein Waldtag.“

Lücke zwischen Umweltbewusstsein und Umweltverhalten schließen

Im geplanten „Waldpädagogische Zentrum“ wollen Förster und Pädagogen den Dresdner Schulklassen und anderen Kindern Waldführungen, Waldjugendspiele und Tierbeobachtungen ermöglichen, das Verständnis der Stadtkinder für das Zusammenspiel zwischen Mensch, Tier und Pflanzenwelt stärken und ihr Umweltbewusstsein unterstützen. „Dabei besitzen diese waldpädagogischen Angebote vitale Bedeutung, da hier die Lücke zwischen Umweltbewusstsein und Umweltverhalten geschlossen werden kann“, heißt es im CDU-Antrag. „So ein Angebot würde gut in den Stadtbezirk hineinpassen“, warb auch der Loschwitzer Stadtbezirksbürgermeister Christian Barth für das Projekt.

Am Spielplatz im Albertpark in der Dresdner Heide können Kinder Rehe füttern und spielen. Die Blockhütten sind teils sanierungsbedürftig. Foto: Heiko Weckbrodt

Vorgesehen sind laut Konzept zwei Standorte: an der ehemaligen Baumschule im Revier Bühlau sowie im Albertpark. Dazu müsste die Stadt allerdings die existierenden Gebäude am Spielplatz im Albertpark so in Schuss bringen, dass dort Kinder bei Regen unterkommen, etwas essen und auf die Toilette gehen können. Außerdem soll das Rathaus einen Waldpädagogen für das Zentrum einstellen. Der Sachsenforst wiederum kümmert sich um den Standort an der früheren Baumschule und stellt einen weiteren Experten für das Projekt bereit.

Finanzierung ungewiss

Die Kosten für die Rathauskasse schätzte Stadtrat Dietze auf etwa 80 000 bis 120 000 Euro Lohn pro Jahr für den Waldpädagogen sowie auf einmalig rund 40 000 bis 60 000 Euro für die neue Innenausstattung der Waldpark-Gebäude. Zwar waren die Loschwitzer Beiräte skeptisch, ob der Stadtrat dieses Geld herausrückt, da Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) eben erst eine Haushaltssperre verhängt hat. Dennoch votierten sie mehrheitlich für das Zentrum – auch wenn es womöglich erst später realisiert werden kann.

Autor: Heiko Weckbrodt

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