Lückenschluss ohne Ehrgeiz in Striesen

Vorher: Jahrelang stand an der Ecke Lauensteiner und Zinnwalder Straße in Striesen ein Möbelmarkt. Foto: Heiko Weckbrodt

Vorher: Jahrelang stand an der Ecke Lauensteiner und Zinnwalder Straße in Striesen ein Möbelmarkt. Foto: Heiko Weckbrodt

Investoren gießen derzeit oft nur lieblose Wohnquader auf Freiflächen im Dresdner Zuzugs-Viertel

Striesen, 9. Juli 2016. In Striesen-Süd schließen sich derzeit immer mehr Lücken, wobei man das auch anders formulieren kann: Jeder Quadratmeter wird zugebaut, weil Wohnungen in Striesen gefragt sind, egal wie peripher.

Nachher: An der Lauensteiner und Zinnwalder Straße sind Wohnhäuser entstanden, der dritte Neubau steht kurz vor dem Abschluss. Foto: Heiko Weckbrodt Foto: Heiko Weckbrodt

Nachher: An der Lauensteiner und Zinnwalder Straße sind Wohnhäuser entstanden, der dritte Neubau steht kurz vor dem Abschluss. Foto: Heiko Weckbrodt
Foto: Heiko Weckbrodt

Neubau-Komplex an der „Zinnwalder“ nun fast fertig

So nähert sich gerade auch das Bauprojekt an der Ecke Zinnwalder und Lauensteiner Straße dem Abschluss – dort, wo jahrelang ein stets provisorisch anmutender Büromöbelmarkt stand. In die hinteren beiden Fünfgeschosser sind an der Zinnwalder anscheinend schon viele junge Familien einzogen. Der Würfel vorn an der „Lauensteiner“, erkennbar an den gelben Balkon-Gläsern, steht kurz davor.

Wohnquader an der Glashütter Straße. Foto: Heiko Weckbrodt

Lückenschluss-Wohnquader an der Glashütter Straße. Foto: Heiko Weckbrodt

Wohnwürfel am Edeka

Bereits vor einiger Zeit fertig geworden und inzwischen bezogen sind die Neubauten, die auf der früheren Brachfläche zwischen Schandauer und Glashütter Straße nahe am Edeka-Markt entstanden sind. Auch dies sind eher schmucklose Würfel, immerhin hat der Bauherr in die Gärten aber ein paar nette Mini-Spielplätze hineingesetzt. Denn auch hier sind anscheinend viele junge Familien mit Kindern eingezogen.

Wie hier an der Glashütter Straße haben Bauherren in Dresden-Striesen in jüngster Zeit viele Brachen überbaut und Lücken geschlossen. Hier hat der Investor auch an einen kleinen Spielplatz gedacht - aber öffentlich sind diese privaten Spielplätze nur selten zugänglich. Foto. Heiko Weckbrodt

Wie hier an der Glashütter Straße haben Bauherren in Dresden-Striesen in jüngster Zeit viele Brachen überbaut und Lücken geschlossen. Hier hat der Investor auch an einen kleinen Spielplatz gedacht. Foto. Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

Neuer Spielplatz für Kleinkinder in Striesen

Vorher: Jahrzehntelang existierte an der Ecke von Glashütter und Lauensteiner Straße ein Garagenkomplex, von dem zum Schluss nur noch die Garage Nr. 13 den Bauplänen vor der Tabakfabrik trotzte. Foto: Heiko Weckbrodt

Vorher: Jahrzehntelang existierte an der Ecke von Glashütter und Lauensteiner Straße ein Garagenkomplex, von dem zum Schluss nur noch die Garage Nr. 13 den Bauplänen vor der Tabakfabrik trotzte. Foto: Heiko Weckbrodt

Garage Nr. 13 vor der Tabakfabrik fiel letztlich doch

Architektonisch besser gelungen erscheint mir das der „Lückenschluss“ an der Ecke Glashütter und Lauensteiner Straße: Dort, wo lange Zeit ein Garagenkomplex vor sich hin verwitterte und schließlich nur noch Garage Nummer 13 den Bauplänen trotzte, ist ein Gebäude entstanden, das sichtlich die Kubatur und Formsprache der benachbarten Altbauten aufnimmt – allerdings ganz ohne deren Schmuckelemente.

Nachher: Statt begestellter Autos wohnen jetzt hier Menschen. Der Neubau an der Lauensteiner ist zwar etwas schmuckloser als die Nachbarbauten, nimmt aber deren Formensprache auf. Straße Foto: Heiko Weckbrodt

Nachher: Statt begestellter Autos wohnen jetzt hier Menschen. Der Neubau an der Lauensteiner ist zwar etwas schmuckloser als die Nachbarbauten, nimmt aber deren Formensprache auf. Straße Foto: Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

Kunst am Bau vernachlässigt

Mehr Wohnraum, weniger Freiräume

Für solche „Lückenschluss“-Bauten, die erst in jüngster Zeit entstanden sind, ließen sich noch einige Beispiele aufzählen. Positiv gesagt, sind dadurch auch einige vermüllten Wüsten verschwunden und neuer Wohnraum für junge Familien entstanden. Die Kehrseite: Dadurch sind auch Freiflächen verschwunden, die der urbane Mensch eben auch braucht. Und viele dieser Neubauten sind eher lieblos designt, wirken eng und sparsam gestrickt. Wenn sie den Stadtteil wenigstens durch eigene, frische Akzente moderner Architektur bereichern würden, wär das okay. Aber in den meisten Fällen wirken sie wie Funktionalbauten mit nur einem Zweck: Der Investor will möglichst schnell Eigentums-Wohnungen teuer verscherbeln oder Miete mit „Striesen-Zuschlag“ kassieren.

Autor: Heiko Weckbrodt

Dieser Beitrag wurde unter Architektur, Stadtentwicklung abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *